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GRUNDSTEINLEGUNG IN POLEN – ENTSCHEIDUNG FÜR DIE ZUKUNFT


Ende Oktober 2017 fand im polnischen Zimna Wódka (Kaltwasser) die Grundsteinlegung für ein neues Produktionswerk der Gustav Wolf Gruppe statt. Im Beisein kommunaler Repräsentanten aus der Wirtschaftszone Opole (Oppeln), wichtiger Kunden und Mitarbeiter der Firma Gustav Wolf betonte Geschäftsführer Dr. Ernst Wolf die Wichtigkeit des neuen Werks für die Gruppe. Der Standort rückt das Gütersloher Unternehmen näher an wichtige Kunden aus der Automobilindustrie und sorgt für eine bessere Abdeckung des europäischen Wirtschaftsraums.

Auf der Veranstaltung unterstrich Dr. Ernst Wolf die wichtige Rolle des neuen Werks: „Viele Leute erkennen nicht, dass die Technologieentwicklung exponentiell verläuft. Sie versuchen, nach hinten zu schauen, und projizieren in die Zukunft: Wenn in den letzten zehn Jahren das passiert ist, wird in den nächsten zehn Jahren vermutlich dies passieren. Das ist ein Riesenfehler, und dadurch verschlafen viele Industrien das, was eigentlich wirklich passiert.“ Die Gustav Wolf Gruppe hat mit der technischen Auslegung der neuen Fertigungsstätte zweifelsohne eine zukunftsweisende Entscheidung getroffen. Die Produktion insgesamt steht vor einem Umbruch, sei es für Draht, Automobile oder PCs. Unter dem plakativen Namen „Industrie 4.0“ wird der flächendeckende Einzug von Informations- und Kommunikationstechnik sowie deren Vernetzung zu einem Internet der Dinge, Dienste und Daten propagiert, das eine Echtzeitfähigkeit der Produktion ermöglicht. Es ergeben sich neue Möglichkeiten, Prozesse ad hoc zu gestalten, schneller und flexibler auf Kundenanforderungen zu reagieren und hohe Variantenzahlen bei niedrigen Losgrößen wirtschaftlich zu produzieren. Neue Formen kundenintegrierter Geschäftsprozesse werden möglich. „Customer to Factory“ lautet das Stichwort. „Die Gustav Wolf Gruppe wird in Zukunft gar nicht anders können, als in der Innovation immer eine Nasenlänge voraus zu sein“, fasste Dr. Ernst Wolf die Bedeutung des Themas Industrie 4.0 zusammen.

 

Der Mensch bleibt im Mittelpunkt

Dabei wird jedoch der arbeitende Mensch weiterhin im Mittelpunkt stehen, auch in einer durchgängig virtualisierten Fabrik. „Unsere qualifizierten Mitarbeiter schließen die sensorischen Lücken, die immer bestehen werden. Sie verfügen über langjährige Erfahrung zur Beurteilung und Lösung von Ausnahmesituationen. Und sie bringen als Arbeitskraft ihre Kreativität und Flexibilität in die Prozesse ein“, so Dr. Ernst Wolf. Die Einführung neuer Schlüsseltechnologien im Hause Gustav Wolf soll keine Gefahr für die Arbeitsplätze darstellen. Neue Technologien bieten vielmehr Unterstützungs- und Entfaltungsmöglichkeiten, die bisher nicht denkbar waren. Mitarbeiter in Büro und Produktion werden zukünftig darin unterstützt, ihre Fähigkeiten sinnvoller einzubringen, und werden in monotonen oder körperlich anstrengenden Tätigkeiten entlastet.

Mehrwerte für die Kunden

Auch auf Kundenseite wird die Entwicklung der Unternehmensgruppe Wolf aufmerksam verfolgt. Die Wandlung eines traditionellen Familienunternehmens aus Gütersloh hin zu einem globalen Dienstleister für Draht- und Seilprodukte wurde sehr geschätzt. Die aktuelle Wahrnehmung zeigt jedoch, dass eine deutlich kurzfristigere Reaktionszeit und Wandlungsfähigkeit immer mehr in den Fokus rückt. Dies gilt sowohl für die Organisation als auch die Produktion. In der Fertigung hat die fortschreitende Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnik dafür gesorgt, dass bereits heute, auch im Bereich der Drahtproduktion, leistungsstarke und günstige Sensoren zur Verfügung stehen. Die nächste Entwicklungsstufe für Gustav Wolf am Standort Polen besteht nun darin, die Fertigungsdaten für sich selbst steuernde Prozesse zu nutzen. „Langfristig wollen wir unseren Kunden eine Qualitätskontrolle in Echtzeit bieten.“

Chancen der Industrie 4.0

Beim Festakt in Polen wurde sehr viel über die neue Vision im Hause Gustav Wolf diskutiert. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels, speziell in Polen, wurde in den Gesprächen jedoch immer wieder deutlich, dass das Thema 4.0 das Problem relativieren wird. Die beiden Projektleiter Daniel Wolf und Hugo van den Broecke machten Folgendesdeutlich: Die Produktion nach dem 4.0-Prinzip schafft die Voraussetzungen dafür, dass traditionelle Strukturen abgelöst werden können. Diese werden ersetzt durch flexibel konfigurierbare Leistungsangebote und interaktive, kooperative Entscheidungsmechanismen. „Eine ausgeprägte Lernstruktur steht im Mittelpunkt der neuen Organisation. Wir suchen Talente, denen die Potenziale von Industrie 4.0 ebenso viel Spaß machen wie uns.“

Fakten

  • Realisierung auf einer Fläche von 4 Hektar in mehreren Bauabschnitten
  • Produktionskapazität in Phase 1: 30.000 Tonnen Stahldraht
  • Mitarbeiter: ca. 50